Über die kasachische Schweiz kursieren viele Legenden. Eine davon besagt, dass für Kasachstan nur grenzenlose Steppe und Wüste übrig blieben, als Gott Berge, Wälder, Felder, Flüsse und Seen auf der ganzen Welt verteilte. Die gekränkten Kasachen verlangten daraufhin Gerechtigkeit und wurden mit einer der malerisch­sten Landschaften Asiens entschädigt. Wie viel Wahrheit in dieser Geschichte steckt, mag jeder selbst beurteilen – unstrittig ist jedoch die herausragende Schönheit dieses Gebietes. Heute ist die Region mit Fug und Recht als „Perle von Kasachstan“ bekannt. Mit 14 kristallklaren Seen hat sie sich längst zu einem gefragten Urlaubsgebiet entwickelt. Einer davon ist der Borowojesee: Eingerahmt vom Kokschetau-Massiv mit seinen bis zu 1.000 Meter hohen Bergen und von weitläufigen Birkenwäldern, hat er der ganzen Region den Namen gegeben, wohl auch, weil hier Mineralquellen sprudeln, deren Wässer für ihre Heilwirkung und Qualität weit über ihren Ursprungsort hinaus bekannt sind.

Ganz in der Nähe gründete sich 1991, zeitgleich mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Unabhängigkeit Kasachstans, in der 150.000-Einwohner-Stadt ­Kokschetau der Getränkeabfüller Kokschetauminwody, kurz KMW. Seine aus drei Quellen in Borowoje stammenden Mineral- und Heilwässer wurden in den vergangenen 25 Jahren von internationalen Institutionen zertifiziert sowie mit zahlreichen Medaillen und Preisen ausgezeichnet.

Ursprünglich war die Produktion, die mit dem Heilwasser Kulager-Arasan startete, nur für die lokale Bedarfsdeckung geplant; inzwischen erfreut sich das um weitere Mineralwässer und Softdrinks ergänzte Sortiment des Unternehmens zunehmend auch überregionaler und nationaler Beliebtheit – insbesondere unter der Marke Turan. Seit 1997 gehören auch alkoholische Getränke zum Angebot, darunter der Wodka Chaoma. Dementsprechend wächst der Betrieb rasant: Nachdem die Produktionsanlagen in den Vorjahren immer wieder um zusätzliche Abfülllinien ergänzt wurden, verdoppelte KMW 2010 mit einem Schlag seine Kapazität. Nur wenige Jahre später stieß man erneut an seine Grenzen, und mit Hilfe des Dortmunder Systemanbieters KHS wurde das Produktionsvolumen wiederum deutlich vergrößert und an modernste Anforderungen angepasst. Auf einem Betriebsgelände von über 14 Hektar Größe produzieren heute knapp 1.500 Mitarbeiter jährlich rund 120 Millionen Liter an alkoholfreien sowie fast 15 Millionen Liter an alkoholischen Getränken.

Am idyllischen Borowojesee in der kasachischen Schweiz befinden sich die drei Quellen, aus denen Kokschetauminwody seine Mineralwässer schöpft.
Die PET-Linie für stilles beziehungsweise karbonisiertes Wasser hat eine Kapazität von bis zu 26.400 Flaschen pro Stunde.
Die Marke Turan ist das wichtigste Produkt innerhalb des Kokschetauminwody-Sortiments an Mineralwässern und Softdrinks.
Die Etikettiermaschine Innoket 360 S ist Teil der kompakten neuen PET-Abfülllinie für stilles und karbonisiertes Mineralwasser von KHS.
Neben Streckblasmaschine, Füllsystem und Etikettier­maschine ist auch ein Schrumpfpacker Teil der neuen Wasserlinie bei ­Kokschetauminwody.

 

 

Umfangreich investiert

Murat Nurmukhambetov, Leiter der KHS-Repräsentanz in Kasachstan, betont stolz, dass die Kasachen genau genommen gleich drei Aufträge nach Dortmund vergeben haben: „Der eine Auftrag umfasst eine PET-Linie für die Abfüllung sowohl von stillem als auch karbonisiertem Wasser in 0,5-, 1,0- und 1,5-Liter-Flaschen, für die eine ganz neue Halle gebaut wurde. Diese Linie hat eine Kapazität von bis zu 26.400 Flaschen in der Stunde – fast doppelt so viel wie die leistungsfähigste der bisherigen Anlagen. Ein weiterer Auftrag betrifft die Ausstattung einer bestehenden Linie, die von der Wasserabfüllung auf die Herstellung von Softdrinks umgestellt wurde, mit einem kompletten Sirupraum.

Beim dritten Auftrag schließlich handelt es sich um eine 5-Liter-Linie mit einer Leistung von bis zu 4.800 Flaschen pro Stunde, die von KHS installiert und in Betrieb genommen wurde – sie ist eine der schnellsten Linien dieser Art innerhalb der GUS, wenn nicht sogar weltweit.“ In den Staaten der GUS ist die Flaschengröße von 5 Litern sehr verbreitet für Wasser, das aufgrund der vielerorts geringen Qualität des Leitungswassers an dessen Stelle benutzt wird.

Zur Hauptinvestition, der „großen“ Wasserlinie, gehören neben Streckblasmaschine und Füllsystem auch eine Etikettiermaschine sowie ein Schrumpfpacker. Außer der höheren Leistung der Linie lobt Betriebsleiter Stanislav Maksimets an ihr vor allem drei Aspekte: „Zum einen ist die neue Abfülllinie erheblich kompakter und beansprucht eine wesentlich geringere Fläche als unsere bestehenden Linien“, erklärt er. „Zum anderen schätzen wir, dass die Audits und die technische Diagnostik während der ersten Zeit nach Inbetriebnahme im Gesamtpaket enthalten sind. Und ein weiterer Pluspunkt ist schließlich die Tatsache, dass wir Ersatzteile ohne den Einsatz von Zwischenhändlern direkt bei KHS beziehen können. Damit erzielen wir eine Kostenersparnis von rund 20 Prozent.“

Zufrieden mit Zusammenarbeit und Produkt: KMW-Produktionsleiter Nuraly Mirzaliyev (rechts) und KHS-Mann Murat Nurmukhambetov.
Zufrieden mit Zusammenarbeit und Produkt: KMW-Produktionsleiter Nuraly Mirzaliyev (rechts) und KHS-Mann Murat Nurmukhambetov.

Nachhaltige Produktion

Wie fortschrittlich das Unternehmen orientiert ist, äußert sich darin, dass Maksimets noch einen weiteren Vorteil der Zusammenarbeit mit den Dortmundern sieht, auf den er ganz besonderen Wert legt: „Eines der entscheidenden Kriterien für den Zuschlag an KHS war für uns, dass ihre Linie trotz der gegenüber dem Wettbewerb rund 10 Prozent höheren Leistung deutlich weniger Energie in Form von Strom und Druckluft verbraucht als vergleichbare Anlagen.“ Damit macht er deutlich, dass man in Kasachstan Wert auf nachhaltige Produktion und Zukunftsorientierung legt. Dazu passt, dass er sich auch vom Einsatz moderner, innovativer Technologien und von dem Grad der Automatisierung von Produktionsprozessen im Rahmen der Anlagen sehr beeindruckt zeigt.

Hinsichtlich der Abmischung ihrer Softdrinks stellten die Kasachen in der Planungsphase schnell fest, dass ein komplett neuer Sirupraum von KHS mit geringeren Kosten verbunden war als die ursprünglich vorgesehene Ergänzung der bisherigen Wasserlinie um einen Mixer einschließlich der erforderlichen Umbauten. Da fiel die Entscheidung nicht schwer. „Mit unserem neuen Sirupraum können wir effizient alle unsere Innovationen alkoholfreier Getränke mit ihren ­natürlichen Zutaten in der von uns gewünschten hohen Qualität herstellen“, freut sich Produktionsleiter Nuraly Mirzaliyev. „Dabei kommt uns die Pasteurisation der fertigen Produkte vor ihrer Abfüllung ebenso zugute wie der hohe Grad an Automatisierung sowie die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologie.“ ­Maksi­mets ergänzt: „Mit dem neuen Sirupraum haben wir unsere Kapazität für Softdrinks auf eine Leistung von bis zu 42.000 Litern pro Stunde verdoppelt. Diesen Ausstoß planen wir in den nächsten fünf Jahren zu erreichen.“

»An der Zusammenarbeit mit KHS schätzen wir die Flexibilität, die Professionalität und den Service.«

Auf Wachstumskurs

Der massive Ausbau der Technik, in den insgesamt rund 11 Millionen Euro geflossen sind, ist nur ein Teil der Investitionen, die der neue Eigentümer von Kokschetauminwody, die Asia Waters Company, seit der Übernahme im vergangenen Jahr vorgenommen hat. Unter ihrer Ägide soll sich der Abfüller verstärkt den Zukunftsthemen Digitalisierung und Automation, Ressourceneffi­zienz, Nachhaltigkeit und Arbeitsbedingungen widmen. Über die Nachfrage in Kasachstan hinaus will man zusätzlich von den wachsenden Märkten in Russland und speziell in China profitieren. Um all diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, hat Asia Waters weitere 74 Millionen Euro investiert – außer in den Erwerb der Anteile auch in ein neues Erscheinungsbild der Produktmarken, in die Einführung neuer Getränke, die Etablierung weiterer Distributionsstandorte sowie in die Intensivierung der Vertriebsaktivitäten.

Dank seiner technologischen Aufrüstung sieht sich KMW für die Zukunft gut aufgestellt: „Mit der Weiterentwicklung unserer Kapazitäten durch Hightech aus dem Hause KHS haben wir die Voraussetzungen für unsere Wachstumspläne der kommenden fünf Jahre geschaffen“, erklärt Stanislav Maksimets zufrieden. Die näch­sten Schritte hat der Betriebsleiter schon fest im Blick: „Kurzfristig werden wir in der Verpackung noch von der bisher manuellen Palettierung auf die automatisierte umsteigen. Außerdem wollen wir die Voraussetzungen schaffen, unser Premium-Mineralwasser mit Selbstklebe­etiketten zu versehen.“

Für die Antwort auf unsere abschließende Frage, was Maksimets an der Zusammenarbeit mit KHS besonders schätzt, muss er nicht lange überlegen und fasst seine Eindrücke in drei Wörtern zusammen: „Flexibilität. Professionalität. Service.“

Ihr Ansprechpartner zum Thema

Murat Nurmukhambetov
Area Sales Manager Kazakhstan
KHS GmbH, Almaty 

Telefon: +7 (0)727 311 3645
E-Mail: murat.nurmukhambetov@khs.com