AUS DEM KONZERN

Neues Wahrzeichen

10.02.2026,

2 Min. Lesedauer

Weithin sichtbarer Ausdruck des Fortschritts auf dem Weg zu klimafreundlicher Stahlerzeugung ist der Ende 2025 fertiggestellte Stahlbau des Reaktorturms der Direktreduktionsanlage in Salzgitter. Hier entsteht bei der Herstellung des Zwischenprodukts Eisenschwamm ab 2027 Wasser anstelle von CO₂.

Mit stattlichen 140 Metern hat die neue Direktreduktionsanlage der KHS-Konzernmutter Salzgitter AG im Dezember 2025 ihre endgültige Höhe erreicht. Damit ist der Reaktorturm der Anlage das höchste Bauwerk auf dem Werksgelände. Zugleich prägt er als technologische Landmarke einer klimafreundlicheren Stahlproduktion die Skyline von Salzgitter.
 

Grüner Stahl

In der klassischen Hochofenroute wurde Eisenerz bisher mit Hilfe von Kokskohle zu flüssigem Roheisen geschmolzen. Dabei werden prozessbedingt große Mengen Treibhausgase ausgestoßen. Im Rahmen des SALCOS®-Programms (Salzgitter Low CO₂ Steelmaking) befindet sich das Unternehmen inmitten der Transformation zu einer nahezu CO₂-freien Stahlerzeugung.

In der SALCOS® Route werden die Eisenerzpellets in der Direktreduktionsanlage mit Erdgas und zunehmend Wasserstoff vom Sauerstoff befreit. Das erfolgt bei deutlich niedrigeren Temperaturen, ohne zu schmelzen. Dabei entsteht als Zwischenprodukt fester Eisenschwamm, englisch als Direct-Reduced Iron (DRI) bezeichnet. Das poröse Material wird anschließend zusammen mit Stahlschrott im Elektrolichtbogenofen zu Rohstahl weiterverarbeitet.

„Die täglich wachsende SALCOS® Baustelle zeigt, wie weit unsere Transformation und die Realisierung der SALCOS® Stufe 1 fortgeschritten sind.“

Gunnar Groebler

Vorstandvorsitzender, Salzgitter AG

Schwerkraft genutzt

Die beeindruckende Höhe der Anlage ist dabei keine architektonische Spielerei, sondern erfüllt einen technischen Zweck: Unter Nutzung der Schwerkraft durchlaufen die Eisenerzpellets den Prozess ohne mechanische Antriebe und erreichen dabei eine optimale Verweilzeit im Reaktor. Dieser Prozess ist der Schlüssel zur klimafreundlichen Stahlerzeugung. Vereinfacht gesagt: Bei der Reduktion mit Wasserstoff entsteht anstelle von CO₂ lediglich Wasser, das im integrierten Prozess teilweise weiterverwendet werden kann.
 

Großes auf dem Weg

„Der Blick über die täglich wachsende SALCOS® Baustelle zeigt, wie weit unsere Transformation und die Realisierung der SALCOS® Stufe 1 fortgeschritten sind: Es ist Großes auf dem Weg“, sagt Gunnar Groebler, CEO der Salzgitter AG. Der jetzt fertiggestellte Stahlbau des Reaktorturms markiert einen entscheidenden Meilenstein von SALCOS® und sendet ein klares Signal: Die Ära der CO₂-armen Stahlproduktion nimmt Gestalt an. Schon 2027 erfolgt der Produktionsstart des grünen Stahls. Bis Mitte der 2030er-Jahre sollen die Stahlerzeugung vollständig auf SALCOS umgestellt und die CO₂-Emissionen  auf 95 Prozent reduziert sein.