Als Nectar vor zwanzig Jahren in der Nähe von Novi Sad im Nordwesten Serbiens mit der ersten Produktionslinie zur Verarbeitung von Fruchtsäften in Getränke­kartons startete, war noch nicht abzusehen, welch ­rasante Entwicklung der Betrieb nehmen würde. Nach fünf Jahren wurde in Vladičin Han im Süden des Landes eine Fabrik für die Produktion von Fruchtkonzentraten und -pürees erworben. 2005 wurde der Maschinenpark um je eine PET-, Glas- und Dosen-Linie erweitert, neue Getränkekarton-Linien kamen bald hinzu. Seit 2008 ist Nectar Mehrheitseigentümer der Mineralwasserfabrik Heba im ebenfalls südserbischen Bujanovac und seit 2011 gehört Fructal zu Nectar, ein slowenischer Fruchtverarbeiter mit über siebzigjähriger Tradition.

Heute ist Nectar ein regelrechtes Vorzeigeunternehmen. Das beweist nicht nur die 2013 erfolgte Auszeichnung als beste Unternehmensmarke in Serbien. Kein Wettbewerber deckt alle Stufen der Wertschöpfungskette so vollständig ab wie Nectar: von eigenen Plantagen über den Einkauf und die Verarbeitung von Früchten, Kooperationen mit Obstbauern bis hin zum fertigen Produkt. Der hohe Anspruch findet in den zwei Worten „nije svejedno“ Ausdruck – ins Deutsche lässt sich das am ehesten mit „Es macht einen Unterschied“ übersetzen. Diesen Slogan nutzt das weit über die Grenzen der Balkanregion hinaus bekannte Unternehmen und erklärt in seiner Markenkampagne auf sehr emotionale Weise, dass es einen Unterschied macht, was man trinkt und worauf man sich freut.

Entsprechend groß ist die Aufmerksamkeit, die man hier der Produktqualität und Lebensmittelsicherheit widmet: Bisher wurden die sensiblen Produkte pasteurisiert und mit Hilfe der Ultra-Clean-Filling-Technologie (UCF) abgefüllt, bei der die Abfüll- und Verschließerzone unter Überdruck gesetzt werden. Die Luft wird über Filter eingeblasen, um eventuelle mikrobiologische Verunreinigungen zu vermeiden. Darüber hinaus wurden die leeren Flaschen zunächst mit Stickstoff befüllt, um die mikrobiologische Qualität des Abfüllprozesses zu verbessern. Um den wachsenden eigenen Ansprüchen an die Qualität der Produkte gerecht zu werden, entschied sich Nectar für die aseptische Abfüllung: Sie ermöglicht eine deutliche Ausweitung des Sortiments – und zwar sowohl hinsichtlich des Fruchtgehalts, als auch mit Blick auf unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Produktvarianten in allen Kategorien. „Für uns ist das Wichtigste, dass wir den Prozess jetzt unter sterilen Bedingungen durchführen können“, freut sich Produktionsleiterin Milka Tomanović. „Dadurch bleiben die natürlichen Eigenschaften der Frucht erhalten. Wir erzielen ein qualitativ besseres Endprodukt und können über einen längeren Zeitraum eine höhere mikrobiologische Qualität bieten.“

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3 Fragen an ...

Čedo Praška, Direktor von Nectar

Wie lautet Ihre Unternehmensphilosophie?
Schon seit seiner Gründung legt Nectar großen Wert auf Produktentwicklung und sorgt für gleichbleibende Spitzenqualität. Die wachsende Begeisterung unserer Verbraucher zeigt, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind.

Was macht Ihr Unternehmen und Ihre Produkte unverwechselbar?
Das Unternehmen Nectar zeichnet sich durch seine Mitarbeiter aus – besonders durch ihre Kompetenz und ihre hohe Einsatzbereitschaft. Und unsere Produkte bestechen sowohl durch ihren hohen Standard als auch durch das breite Sortiment, das für jeden Geschmack etwas bereithält.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?
Unsere Mission ist es, Marktführer in der Herstellung von Bio-Lebensmitteln zu werden – nicht nur von Getränken. Wir planen deshalb weitere Investitionen sowie die Einführung neuer Verpackungsformate. Und wir wollen dem Konsumenten neue Produkte für unterschiedlichste Lebenssituationen anbieten, zum Beispiel Bio-Smoothies für unterwegs oder ausgewogene Frühstücks-Snacks.

Sicherheit an erster Stelle

Die Schaffung steriler Bedingungen bei aseptischen Füllern ist ein anspruchsvolles Thema. Deshalb war für Nectar schnell klar, dass als Technologiepartner ausschließlich zertifizierte und weltweit bewährte Anlagenhersteller in Frage kamen. „Uns war nicht nur die hohe Qualität der Komponenten wichtig, sondern auch, dass wir uns auf die Technologie zur Erzielung aseptischer Produktionsbedingungen hundertprozentig verlassen konnten“, betont Tomanović. Das schränkte den Kreis der in Frage kommenden Hersteller schnell ein.

Schon lange war Nenad Delovski, Leiter des KHS-Büros in Belgrad, mit Nectar im Gespräch: „Vor fünf Jahren bereits haben wir gemeinsam eine Aseptik-Präsentation im KHS-Werk in Bad Kreuznach besucht“, erinnert er sich. „Seitdem waren wir ständig in Kontakt, sowohl vor Ort als auch auf Messen.“ In der Zwischenzeit habe sich beim Kunden das Bewusstsein gefestigt, dass der gewünscht hohe Standard der eigenen Produkte nur mit einer Ausstattung von ebensolcher Qualität zu erreichen ist. Das gilt umso mehr für eine dauerhafte Belieferung des europäischen Marktes. Über die grundsätzlichen Anforderungen hinaus gaben letztlich die Möglichkeiten der Anlage, die Steuerung und Wartung sowie insbesondere die Empfehlung von anderen Unternehmen den Ausschlag, mit dem Dortmunder Systemanbieter zusammenzuarbeiten. „Mit dem neuen Innosept Asbofill ABF 711 C verfügt Nectar für die Produktion von Fruchtsäften über den ersten Aseptikfüller dieser Art in ganz Serbien“, erklärt Delovski – mehr als standesgemäß für den größten Fruchtverarbeiter in ganz Südosteuropa.

»Mit der neuen Linie haben wir unsere Effizienz durch wesentlich höhere Leistung und weniger Stillstände deutlich steigern können.«

Gut angelegtes Geld

Die Linie hat eine Kapazität von 12.000 Flaschen pro Stunde und verarbeitet 500-Milliliter-, 750-Milliliter- sowie 1,5-Liter-PET-Flaschen. Außer in den Füller selbst wurde auch in eine Streckblasmaschine investiert. Hier nutzte Nectar die Gelegenheit, von KHS eine gebrauchte und generalüberholte Anlage zu erwerben (siehe Kasten ­„Second-Hand, First-Class“). Inklusive der Lufttransporteure, dem Abtransport zum Trockenteil sowie einer Inno­check-FHC-Füllstandskontrolle belief sich die Investition auf insgesamt rund 3,5 Millionen Euro – aus Sicht von Nectar gut angelegtes Geld.

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Second-Hand, First-Class

Gebrauchte Maschinen von KHS

Seit rund 10 Jahren kümmert sich Bert Kojetin in Hamburg um das KHS-Gebrauchtmaschinengeschäft. Er kauft jährlich zwischen drei und fünf Streckblasmaschinen an, die durchschnittlich bereits 12 bis 15 Jahre im Einsatz waren. Häufig steht der Ankauf als Inzahlungnahme im Zusammenhang mit dem Verkauf einer neuen Maschine.

Die „alten Schätzchen“ lässt Kojetin nach Spanien verschiffen, wo sie bei einem Partnerunternehmen überholt werden. Rund drei Monate dauert dieser Prozess: Im Einzelnen werden die Maschinen dabei zunächst gesichtet, technisch defekte oder verschlissene Teile ersetzt und die Gehäuse entrostet und neu beschichtet. Den Wünschen des Käufers entsprechend wird die Anlage schließlich mit neuen Formen ausgestattet, bevor sie auf den Weg an ihren neuen Standort geschickt wird. Einmal angekommen, nimmt der Serviceplanungsdienst die Anlage in Betrieb.

Käufer der generalüberholten Maschinen sind außer Getränkeabfüllern meist Maschinenhändler oder – wie im vorliegenden Fall – KHS selbst, wenn eine gebrauchte Maschine Teil einer neuen Anlage oder Linie ist. Bei einer Gesamtlebensdauer von 30 Jahren lohnt sich der Aufwand – auch für KHS: „Eine Maschine, die produziert, ist für uns schließlich auch ein Ersatzteilkunde, wenn man so will“, erklärt Kojetin.

Nach Serbien hat Kojetin bereits vier gebrauchte Streckblasmaschinen verkauft. Als besondere Herausforderung empfindet er die „spannende Zollabwicklung“ mit dem Nicht-EU-Land – alles andere sei Routine.

An der Zusammenarbeit mit KHS hat Produktionsleiterin Tomanović besonders das Teamwork mit den kompetenten KHS-Technikern geschätzt: „Diese Leute teilen ihre Kenntnisse mit dem Kunden“, erklärt sie. „Das gibt uns Sicherheit und das gute Gefühl, eventuell einmal auftretende Probleme einfach und unkompliziert ausräumen zu können.“ Auch mit dem Ergebnis ist Tomanović sehr zufrieden: „Mit der neuen Linie haben wir unsere Effizienz deutlich steigern können – zum einen durch die im Vergleich zur bisherigen wesentlich höhere Leistung, zum anderen durch weniger Stillstände und größere Produktionsserien.“

Ihr Ansprechpartner zum Thema

Nenad Delovski
Area Sales Manager (Serbia)
KHS GmbH, Belgrad

Telefon: +381 11 6302988
E-Mail: nenad.delovski@khs.com

Der Innosept Asbofill 711 C von KHS ist das Herzstück der neuen Linie von Nectar und zugleich der erste Aseptikfüller seiner Art in ganz Serbien.
Der Innosept Asbofill 711 C von KHS ist das Herzstück der neuen Linie von Nectar und zugleich der erste Aseptikfüller seiner Art in ganz Serbien.