Mit der einen, ganz besonderen Service-Anekdote können weder Andy Schrupp noch Jürgen Thielen auftrumpfen – und wollen es auch nicht. Und das aus gutem Grund: Jeden Tag erleben sie neue und spannende Geschichten, das „Abenteuer“ ist sozusagen ihr Alltag. Entsprechend gebe es eigentlich auch keinen typischen Arbeitstag in seinem Job, erklärt Schrupp: „Ich weiß oft nicht, welcher Kunde uns mit welchen Herausforderungen konfrontiert. Das macht meinen Job sowohl sehr ­interessant als auch sehr anspruchsvoll, da ich meine Prioritäten immer wieder neu setzen muss.“ Thielen sieht das ähnlich: „Service ist heutzutage ein extrem schnelllebiges Geschäft. Es kommt darauf an, schnell zu reagieren, Material und Personal zum richtigen Zeitpunkt beim Kunden zu haben. Wer da an vorderster Front steht, ist einem gewissen Druck ausgesetzt.“ Sein Arbeitstag beginnt morgens um sieben Uhr, Ende offen.

Trotz dauernder Ansprechbarkeit wollen beide jedoch nicht als die „Feuerwehr“ von KHS verstanden werden: In ihren Bereich fällt schließlich auch die zustandsorientierte oder vorausschauende Wartung, bei der Komponenten ausgetauscht werden, bevor diese ausfallen.

»Ohne die Bereitschaft, über das normale Pensum hinaus­zugehen, ist der Job nicht zu stemmen.«

Jürgen Thielen,
Service-Leiter Nordeuropa

Optimal abgestimmt

Dennoch sei Flexibilität gefragt, erklärt Thielen anhand eines Beispiels: „Beim Verkauf einer Abfüllanlage haben wir die Gebrauchtanlage in Zahlung genommen. Weil diese in einem Top-Zustand war, konnten wir schnell einen neuen Abnehmer finden. Just am Tag der Demontage der Gebrauchtanlage erlitt an deren Bestimmungsort die Bestandsanlage einen Kapitalschaden, so dass dort nicht mehr produziert werden konnte. Anstelle der ursprünglich geplanten dreimonatigen Lieferzeit haben wir die gebrauchte Anlage dann innerhalb von nur drei Wochen an ihrem neuen Standort aufgebaut und in Betrieb genommen.“ Der überglückliche Abnehmer blieb lieferfähig und bestellte schon zwei Monate später bei KHS eine neue Dosenlinie – ein Ergebnis der optimalen Zusammenarbeit zwischen Service und Vertrieb bei KHS.

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Andy Schrupp

Nach der Ausbildung zum Chemikanten und anschließendem Fachabitur absolvierte Andy Schrupp in Trier ein Ingenieurs­studium mit Fachrichtung Lebensmitteltechnik. Da die Fach­hochschule gute Kontakte zu KHS pflegte, schrieb er dort seine Diplomarbeit und kam schließlich 2008 als Lebensmitteltech­nologe für die aseptische Kaltabfüllung nach Dortmund. Seit Mai 2010 ist der 35-Jährige hier Service-­Leiter Südeuropa.

Langfristige Beziehungen

Was den Service-Leitern an ihrem Job am meisten Spaß macht? „Man kommt rum“, findet Thielen, der neben Deutschland, den Benelux-Staaten, Großbritannien und der Schweiz auch die Ukraine, die baltischen Staaten und ganz Skandinavien betreut. Hier hat ihn sein Weg einmal zur nördlichsten Brauerei Europas an das Nordkap geführt – ein beeindruckendes Erlebnis. Neben den vielfältigen Landschaften ist ihm aber vor allem der Umgang mit den verschiedensten Menschen wichtig. Und das sieht Schrupp genauso: „Mir gefällt besonders der interkulturelle Aspekt an meinem Beruf. Leute zu treffen, die anders ticken als ich, macht mich zu einem welt­offeneren Menschen.“ Nach persönlichen Präferenzen hinsichtlich der von ihnen bearbeiteten Länder befragt, halten sich beide zunächst zurück. Thielen erklärt schließlich seine Liebe zur Schweiz: „Wegen der Berge“, wie er sagt. Und Schrupp fühlt sich speziell in den Bal­kanländern wohl, weil er hier herausragende Gastfreundschaft und besondere Wertschätzung als Lieferant und Partner erlebt. Er mag es auch, dass man im Service genauso wie im Vertrieb eine langfristige Beziehung zu den Kunden aufbauen kann. Erst kürzlich erlebte er zum Beispiel anlässlich des Wiedersehens mit den Kollegen einer großen Brauerei, die er vor drei Jahren bei einem Workshop kennengelernt und seitdem nicht mehr getroffen hatte, ein „großes Hallo“.

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Jürgen Thielen

Schon während seiner Ausbildung beim Gerolsteiner Brunnen hatte Jürgen Thielen Kontakt zu KHS. Nach seinem Fachabitur wechselte er zum Dortmunder Systemanbieter in den Service. Weiterbildung zum Elektrotechniker und Fachberater Service. Vor fünf Jahren Weiterbildung zum Certified Service-Manager (ISS). Seitdem hat der Service den 54-Jährigen in die ganze Welt geführt – bis nach Neuseeland. Seit vier Jahren ist er KHS Service-Leiter Nordeuropa.

Erfolgserlebnisse in Serie

Ohne eine gewisse Leidenschaft und die Bereitschaft, über das normale Pensum hinauszugehen, sei der Job nicht zu stemmen, gibt sein Kollege Thielen zu bedenken: „Darauf verlassen sich die Kunden, und das ist mein Ansporn.“ Schließlich ist es jedes Mal aufs Neue ein besonderes Erfolgserlebnis, Kunden helfen zu können und damit zu einem dauerhaft guten Ansehen des eigenen Arbeitgebers beizutragen. Besondere Befriedigung zieht er auch aus der Weiterbildung junger Techniker.

Gefragt, wie man am besten Abstand vom turbulenten Berufsalltag gewinnt, räumt Thielen ein, dass das angesichts der heutigen Immer-und-überall-Erreichbarkeit nicht ganz einfach sei. Sowohl ihm als auch Schrupp hilft es da, die Laufschuhe anzuziehen und einfach mal loszurennen, um den Kopf frei zu bekommen – vorausgesetzt alles ist „in trockenen Tüchern“.

Angesichts ihrer umfangreichen Reisetätigkeit ist es für beide natürlich eine besondere Herausforderung, Beruf und Familie zu vereinbaren. Da ist Thielen froh, dass seine Frau gemeinsam mit seinen beiden Söhnen das Zuhause und den Alltag erfolgreich managt, wie er es ausdrückt. Und Schrupp schafft für sich einen Ausgleich, indem er sich in seiner Freizeit voll und ganz seiner Frau und seinen Freunden widmet.

Ihre Ansprechpartner zum Thema

Andy Schrupp
Service-­Leiter Südeuropa
KHS GmbH, Bad Kreuznach

Telefon: +49 (0)671 852-2686
E-Mail: andy.schrupp@khs.com

Jürgen Thielen
Service-Leiter Nordeuropa
KHS GmbH, Dortmund

Telefon: +49 (0)231 569-1851
E-Mail: juergen.thielen@khs.com